KikiRiki

Magazin · Grundsatz

Nach dem Überfluss

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026

ca. 27 Min. Lesezeit

Warum wir an einem Wendepunkt des Konsums stehen, was das älteste Problem der Ökonomie damit zu tun hat und warum wir KikiRiki.io gebaut haben

In deutschen Schubladen liegen 167 Millionen ausrangierte Handys [1]. Das sind etwa zwei pro Einwohner. Daneben, in Kellern, Schränken und auf Dachböden: Fahrräder, die niemand mehr fährt, Küchenmaschinen, die einmal im Jahr zum Einsatz kommen, Kinderkleidung, aus der die Kinder längst herausgewachsen sind. Und ein paar Straßen weiter sucht jemand genau das. Oder jemanden, der beim Umzug hilft, Gitarrenstunden gibt oder weiß, wie man eine Hecke schneidet.

Wir haben KikiRiki.io gegründet, weil wir glauben, dass in dieser Lücke zwischen dem, was herumsteht, und dem, was gebraucht wird, eine der großen ungenutzten Ressourcen unserer Zeit liegt. Und weil wir glauben, dass jetzt der Moment ist, sie anders zu erschließen als bisher.

Dieser Text ist länger als ein Pitch. Er versucht zu begründen, warum wir das so sehen: mit Daten, mit Forschung aus Psychologie, Soziologie und Ökonomie, mit einem ehrlichen Blick auf das, was es schon gibt, und auf das, was frühere Versuche gelehrt haben.

1. Ein Wendepunkt?

Am 10. Mai 2026 war der deutsche Erdüberlastungstag. Hätte die ganze Welt so gewirtschaftet wie Deutschland, wären an diesem Tag die natürlichen Ressourcen aufgebraucht gewesen, die die Erde in einem Jahr erneuern kann [2]. Der Rohstoff-Fußabdruck lag 2023 bei 14,3 Tonnen pro Kopf [3]. In der EU wurden 2022 rund 19 Kilogramm Textilien pro Person gekauft, so viel wie nie zuvor [4].

Das ist das eine Bild. Das andere sieht anders aus.

Die Zahl der gehorteten Alt-Handys sinkt: von 210 Millionen Ende 2022 über 195 Millionen im Vorjahr auf 167 Millionen 2026 [1]. In einer Greenpeace-Umfrage lag die Zahl der Kleidungsstücke pro Person 2022 bei 87, sieben Jahre zuvor waren es 95; 85 Prozent sagten, sie wollten ihre Kleidung länger tragen [5]. In der Umweltbewusstseinsstudie 2024 nannten 70 Prozent der Befragten die Förderung der Kreislaufwirtschaft "sehr wichtig" [6]. 55 Prozent haben im vergangenen Jahr online gebrauchte Produkte gekauft [7], der Online-Handel mit Gebrauchtem erreichte 2024 in Deutschland 9,9 Milliarden Euro [8].

Grafik 1: Ungenutzte Alt-Handys in deutschen Haushalten

Auch die Politik bewegt sich. Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen in der EU unverkaufte Kleidung und Schuhe nicht mehr vernichten [9]. Bundestag und Bundesrat haben im Juni und Juli 2026 die Umsetzung des EU-Rechts auf Reparatur beschlossen [10]. Und während all das geschieht, liegt das Konsumklima auf einem Tiefstand, die Sparneigung steigt [11].

Grafik 2: 2026: Rahmenbedingungen im Umbruch

Ist das ein Wertewandel? Wir wollen ehrlich sein: Die Daten sind gemischt. Die Shell-Jugendstudie 2024 zeigt, dass materielle Werte bei jungen Menschen eher an Bedeutung gewinnen, 83 Prozent ist ein hohes Einkommen wichtig, und umweltbewusstes Verhalten als persönlicher Wert ist gegenüber 2019 gesunken [12]. Wer behauptet, die Menschen hätten dem Konsum abgeschworen, macht es sich zu leicht. Ein Teil der Zurückhaltung ist schlicht Unsicherheit und Kostendruck.

Unsere These ist eine andere: Nicht das Wollen hat sich verändert, sondern das Modell des Bekommens steht unter Druck, und zwar von drei Seiten gleichzeitig. Ökologisch und rechtlich, weil Wegwerfen teurer und schwieriger wird. Finanziell, weil viele Haushalte genauer rechnen. Und, das ist der dritte und vielleicht interessanteste Druck, beim Sinn. Viele Menschen spüren, dass mehr Dinge sie nicht zufriedener machen. Dafür gibt es gute wissenschaftliche Gründe.

Wir erleben das in Gesprächen immer wieder. Menschen erzählen nicht in erster Linie, dass sie Geld sparen wollen. Sie erzählen, dass es ihnen widerstrebt, eine funktionierende Kaffeemaschine wegzuwerfen. Dass sie ihre Bohrmaschine gern jemandem geben würden, der sie braucht, aber keine Lust haben, dafür eine Anzeige zu schreiben und über fünf Euro zu verhandeln. Dass sie in ihrem Ort kaum jemanden kennen, obwohl sie seit Jahren dort wohnen. Das ist keine repräsentative Erhebung, sondern unsere Beobachtung. Aber sie passt zu dem, was die Forschung über Besitz, Geben und Zugehörigkeit weiß. In ihr steckt etwas, das man altmodisch Idealismus nennen könnte: der Wunsch, dass die eigenen Dinge und Fähigkeiten für andere einen Unterschied machen.

2. Was Besitz mit uns macht

Die Psychologie hat sich lange mit der Frage beschäftigt, ob Dinge glücklich machen. Die Antwort ist ernüchternd.

Eine Meta-Analyse von Helga Dittmar, Tim Kasser und Kollegen hat 259 Stichproben ausgewertet. Ergebnis: Je stärker Menschen materialistische Werte vertreten, desto geringer ist ihr Wohlbefinden. Der Zusammenhang ist nicht riesig, aber robust [13]. Schon 1971 beschrieben Philip Brickman und Donald Campbell, was später "hedonische Tretmühle" genannt wurde: Wir gewöhnen uns an Verbesserungen, und das Glück kehrt auf sein Ausgangsniveau zurück [14]. Leaf Van Boven und Thomas Gilovich zeigten, dass Erlebnisse dauerhaft glücklicher machen als Gegenstände, unter anderem, weil sie mit anderen Menschen verbinden [15].

Noch aufschlussreicher für uns ist eine andere Forschungslinie. Elizabeth Dunn, Lara Aknin und Michael Norton fanden 2008 in Umfragen und Experimenten, dass Menschen glücklicher sind, wenn sie Ressourcen für andere einsetzen statt für sich selbst [16]. Spätere Studien mit Daten aus 136 Ländern zeigen den Effekt in armen wie in reichen Gesellschaften [17]. Geben ist offenbar keine Pflichtübung, sondern eine Quelle von Wohlbefinden.

Erich Fromm hat das 1976 philosophisch zugespitzt: Im Modus des Habens definieren wir uns über das, was wir besitzen; im Modus des Seins über das, was wir tun und mit wem wir in Beziehung stehen [18]. Hartmut Rosa beschreibt ein gelungenes Leben nicht über Ressourcen und Optionen, sondern über die Qualität unserer Beziehung zur Welt, über Resonanz [19]. Und Niko Paech hat mit "Befreiung vom Überfluss" die Frage gestellt, ob weniger Konsum nicht auch eine Entlastung sein kann [20].

Zu diesem Befund gehört ein zweiter. Laut Einsamkeitsbarometer der Bundesregierung fühlten sich 2021 11,3 Prozent der Erwachsenen in Deutschland einsam, deutlich mehr als 2017 mit 7,6 Prozent; bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 14,1 Prozent [21]. Einsamkeit ist kein weiches Thema: Eine Meta-Analyse über 148 Studien zeigt, dass Menschen mit starken sozialen Beziehungen eine um 50 Prozent höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben [22].

Dabei müssen es nicht immer enge Beziehungen sein. Mark Granovetter hat schon 1973 die "Stärke schwacher Bindungen" beschrieben: Bekannte verbinden uns mit Welten, zu denen enge Freunde keinen Zugang haben [23]. Gillian Sandstrom und Elizabeth Dunn fanden, dass auch kurze Kontakte mit Bekannten das Wohlbefinden und das Gefühl der Zugehörigkeit steigern [24]. Die Frau aus der Nachbarschaft, der man ein Regal übergibt, ist genau so eine schwache Bindung.

Wenn man diese Befunde nebeneinanderlegt, ergibt sich ein Bild: Was Menschen gut tut, ist weniger das Haben als das Geben, weniger der Gegenstand als die Begegnung. Unser Konsummodell ist auf das Gegenteil optimiert. Es organisiert Kauf und Besitz, nicht Weitergabe und Begegnung.

Grafik 3: Was die Forschung über Besitz, Geben und Beziehungen sagt

3. Das älteste Problem der Ökonomie

Warum also tauschen wir nicht einfach?

Der Ökonom William Stanley Jevons hat die Antwort 1875 auf den Punkt gebracht. Damit zwei Menschen tauschen können, braucht es "a double coincidence, which will rarely happen", eine doppelte Übereinstimmung, die selten vorkommt [25]. Jemand hat ein Sofa und will Yogastunden. Wer Yogastunden gibt, will aber kein Sofa, sondern ein Fahrrad. Die Ökonomie nennt das bis heute die doppelte Koinzidenz der Bedürfnisse. Geld löst das Problem, indem es als allgemeines Tauschmittel dazwischentritt.

Grafik 4: Die doppelte Koinzidenz und wie ein Kreis sie löst

Die Lehrbuchgeschichte geht so weiter: Am Anfang war der Tauschhandel, er war mühsam, also erfand die Menschheit das Geld. Schon Aristoteles beschreibt den Tausch als natürliche Form, Bedürfnis und Überschuss auszugleichen, und das Geld als spätere Erleichterung [26].

Die Anthropologie erzählt eine andere Geschichte. Caroline Humphrey hat in ihrer viel zitierten Arbeit festgehalten, dass sich nirgends eine reine Tauschwirtschaft als Vorstufe des Geldes belegen lässt [27]. David Graeber hat daraus 2011 den "Mythos des Tauschhandels" gemacht: In kleinen Gemeinschaften lebten Menschen nicht vom Tausch Zug um Zug, sondern von Gaben, Verpflichtungen und Vertrauen [28]. Marcel Mauss hatte schon 1925 beschrieben, wie Gaben Bindungen stiften, weil sie zu Geben, Annehmen und Erwidern verpflichten [29].

Ganz unumstritten ist diese Sicht nicht. Der Ökonom George Selgin hält dagegen, dass das Fehlen belegter Tauschwirtschaften wenig beweist, weil solche Gesellschaften kaum Spuren hinterlassen hätten [30]. Für unsere Frage ist der Streit um die Frühgeschichte aber zweitrangig. Wichtig ist der Befund, auf den sich beide Seiten einigen können: Wo Menschen sich kennen und vertrauen, funktioniert Austausch selten als nüchternes Zug-um-Zug-Geschäft. Er läuft über Geben, Vertrauen und die Erwartung, dass es sich irgendwann ausgleicht.

Für uns ist diese Debatte nicht akademisch. Sie hat unser Produkt geprägt.

Der Anthropologe Marshall Sahlins hat ein Spektrum der Gegenseitigkeit beschrieben [31]. An einem Ende steht die "generalisierte Reziprozität": Menschen geben, ohne sofort eine Gegenleistung zu erwarten, und vertrauen darauf, dass sich das Geben im Ganzen ausgleicht. Am anderen Ende steht das Feilschen und der harte Tausch, bei dem jede Seite das Beste für sich herausholen will. Ausgerechnet der Tauschhandel, den wir uns gern als gemeinschaftliche Urform vorstellen, liegt bei Sahlins am unsozialen Ende.

Die Soziologie hat das experimentell überprüft. Linda Molm und Kollegen fanden, dass generalisierter Tausch, bei dem ich nicht von der Person etwas bekomme, der ich gebe, mehr Solidarität erzeugt als direkter Tausch auf Gegenseitigkeit, und dieser wiederum mehr als ausgehandelter Tausch [32]. Robb Willer, Francis Flynn und Sonya Zak verglichen Nutzer der Verschenkplattform Freecycle mit Nutzern des Kleinanzeigenportals Craigslist. Wer auf Freecycle gab und nahm, identifizierte sich stärker mit der Gemeinschaft und empfand mehr Solidarität, vor allem dann, wenn die Plattform für ihn einen hohen Nutzen hatte [33].

Grafik 5: Gegenseitigkeit und Solidarität

Jetzt kommt der Punkt, der uns fasziniert hat. Eine Tauschkette ist strukturell genau das: generalisierter Tausch. Wenn Anna Carla ihr Sofa gibt, Carla Ben ihr Fahrrad und Ben Anna eine Yogastunde, dann bekommt niemand etwas von der Person, der er gibt. Jeder gibt in einen Kreis hinein und bekommt aus dem Kreis zurück. Die Kette löst Jevons' Problem, ohne Geld einzuführen, und sie verschiebt den Tausch vom feilschenden Ende des Spektrums in Richtung Gabe.

4. Warum Ersatzwährungen das Problem nicht lösen

Es gibt einen naheliegenden anderen Weg, das Problem der doppelten Koinzidenz zu umgehen: eine eigene Währung. Punkte, Tickets, Zeitguthaben. Viele Tauschinitiativen sind diesen Weg gegangen.

Tauschringe gibt es in Deutschland seit Jahrzehnten, nach einem aktuellen Bericht sind mindestens 200 in einem Verzeichnis erfasst. Sie verrechnen Dienste meist in Stunden, eine Stunde ist eine Stunde. Seit der Pandemie verzeichnen viele Vereine einen Mitgliederschwund, manche haben aufgehört [34]. Die Forschung zu Zeitbanken und Komplementärwährungen, etwa von Gill Seyfang, zeigt ihren sozialen Wert, gerade für Menschen am Rand des Arbeitsmarkts [35]. Eine systematische Übersicht kommt aber auch zu dem Schluss, dass ihr wirtschaftlicher Nutzen wegen geringer Größe und Bekanntheit begrenzt bleibt [36].

Wie riskant eine eigene Währung sein kann, zeigt das Beispiel Bunz aus Toronto. Die Community begann 2013 als Facebook-Gruppe mit einer einzigen Regel: kein Geld. Sie wuchs zu einer App mit zeitweise über 120.000 Mitgliedern [37]. Dann führte das Unternehmen einen eigenen Token ein, der in lokalen Geschäften eingelöst werden konnte. Der Ökonom Michael Wong von der University of Hong Kong hat die Daten der Plattform ausgewertet. Als die Menge der Token verfünffacht wurde, stieg die Zahl der Tausche um 57 Prozent, allerdings ausschließlich über den Token. Als die Plattform 2019 die Einlösung einschränkte, brach das Vertrauen ein: Die Zahl neuer regelmäßiger Nutzer sank um zwei Drittel, und auch der Tausch ohne Token ging zurück [38]. 2026 hatte Bunz noch rund 200 täglich aktive Nutzer, der Eigentümer stellte die Abschaltung in Aussicht [37].

Grafik 6: Der Fall Bunz

Selbst ohne Währung bleibt eine Hürde: die Bewertung. Christopher Fitzmaurice und Juliet Schor haben einen Tauschmarkt für selbstgemachte Lebensmittel begleitet, der scheiterte, weil sich die Beteiligten nicht einigen konnten, was wie viel wert ist, nicht über Geld, nicht über Regeln, nicht über Beziehungsarbeit [39].

Daraus haben wir zwei Schlüsse gezogen. Erstens: KikiRiki.io hat keine eigene Währung, keine Punkte, keine Tickets, keine Credits. Zweitens: Eine Kette braucht keinen Wertvergleich. Sie schließt sich, wenn jede Person etwas bekommt, das sie sich wünscht, und alle zustimmen. Ob ein Sofa und eine Yogastunde gleich viel "wert" sind, entscheidet keine Tabelle. Das entscheiden die Beteiligten mit ihrer Zusage.

5. Was es schon gibt

Den Einwand hören wir oft: Schon wieder eine Plattform, die dasselbe macht. Er verdient eine ausführliche Antwort, denn es gibt tatsächlich viele Orte, an denen verschenkt, getauscht und geteilt wird. Jeder davon löst einen Teil des Problems.

Kleinanzeigen ist die führende Plattform für Gebrauchtes in Deutschland und hat eine eigene Rubrik "Zu verschenken & Tauschen" [40]. Getauscht wird dort per Anzeige: einstellen, durchsuchen, anschreiben. Die Oberfläche ist für den Verkauf gebaut, mit Preisfeld, Verhandlungsbasis und Suchlisten. Wer tauschen will, muss selbst suchen, selbst kombinieren, selbst nachfragen. Das funktioniert, wenn zwei Menschen zufällig zueinander passen. Eine Verknüpfung von Angeboten und Wünschen über mehrere Personen haben wir dort nicht gefunden. Der Kern der Plattform ist der Verkauf.

Facebook- und WhatsApp-Gruppen sind der Ort, an dem Verschenken heute oft tatsächlich passiert. Sie haben, was Plattformen sonst mühsam aufbauen müssen: Menschen aus der Nachbarschaft. Nach unserer Erfahrung haben sie aber Grenzen. Beiträge versinken im Feed oder im Chatverlauf, Absprachen laufen über Kommentare und Einzelnachrichten, jede Gruppe ist eine Insel. Niemand verbindet ein Angebot mit dem passenden Wunsch.

nebenan.de ist ein Nachbarschaftsnetzwerk mit Marktplatz, Verschenken und Nachbarschaftshilfe. Es stärkt Kontakte in der Straße. Ein Matching von Angeboten und Wünschen über mehrere Personen haben wir dort nicht gefunden. Die Stärke liegt im Kennenlernen der Straße, nicht im Zusammenführen von Bedarf.

Freecycle, Buy Nothing und Trash Nothing sind internationale Verschenk-Bewegungen, Freecycle nennt über zwölf Millionen Mitglieder [41]. Sie sind der Beleg dafür, dass generalisiertes Geben funktioniert, und die Forschung von Willer und Kollegen beruht genau auf ihnen [33]. Sie organisieren Verschenken und Gesuche über Beiträge in lokalen Gruppen. Wer etwas sucht, schreibt einen Beitrag und hofft, dass ihn die Richtige liest. Einen Tausch oder eine automatische Verknüpfung über mehrere Personen bieten sie nicht.

Vinted und ähnliche Secondhand-Plattformen verlängern das Leben von Dingen, bleiben aber Geldgeschäfte.

Tauschbörsen mit Währung wie Tauschticket arbeiten mit Tickets und einer Gebühr pro erhaltenem Artikel [42]. Tauschringe verrechnen Zeit. Beide lösen die doppelte Koinzidenz über ein Zwischenmittel, mit den beschriebenen Grenzen.

Zweier-Matching-Apps wie Swapper starteten mit einem Wisch-Prinzip nach dem Vorbild von Dating-Apps [43]. Sie machen das Stöbern leichter und übertragen eine vertraute Bedienung auf den Tausch, scheitern aber an Jevons: Zwei müssen einander wollen.

Und dann gibt es die Versuche, die dem am nächsten kommen, was wir tun. Wir wollen sie ausdrücklich nennen.

Netcycler startete im Oktober 2010 in Deutschland, nach Finnland und vor Großbritannien. Die Plattform bildete automatisch Tauschringe mit bis zu fünf Personen. 2014 wurde sie eingestellt, nach einer langen Phase, in der sich niemand mehr um die Nutzer kümmerte [44]. THS 4 THT, eine kanadische App, bietet seit 2025 Tauschschleifen mit drei bis fünf Personen an, nach eigenen Angaben ohne Geld [45]. In der Brettspiel-Community organisieren Sammler seit Jahren "Math Trades", bei denen ein Open-Source-Algorithmus aus Wunschlisten Tauschkreise beliebiger Länge berechnet [46].

Tauschketten als Idee sind also nicht neu. Neu ist, womit sie heute gebildet werden. Netcycler und die Math Trades arbeiteten ohne KI. Ein Kreis konnte nur entstehen, wenn Angebot und Wunsch formal zueinander passten. Erst KI versteht, dass ein "Regal für Bücher" und ein "Bücherregal" dasselbe meinen, erkennt Gegenstände auf Fotos und verknüpft Wünsche in Alltagssprache mit passenden Angeboten. Ohne dieses Verständnis bleibt das Netz aus Angeboten und Wünschen zu dünn, damit sich Kreise im Alltag schließen. Mit ihm werden Tauschketten überhaupt erst sinnvoll umsetzbar. Was wir für neu halten, ist die Kombination: KI-gestützte Ketten, die Dinge und Können auf einer Ebene verbinden, lokal ausgerichtet, ohne Währung und ohne Gebühren, eingebettet in eine Plattform, auf der man auch einfach verschenken oder einen Wunsch einstellen kann, und mit festen Übergabeorten. Und eine Oberfläche, die nicht vom Verkauf her gedacht ist: kein Preisfeld, kein Feilschen, ein Foto statt eines Anzeigentexts. Uns ist im deutschsprachigen Raum keine aktive Plattform begegnet, die all das zusammenbringt. Wenn ihr eine kennt, schreibt uns. Wir schauen sie uns gern an.

Grafik 7: Bestehende Angebote im Vergleich

6. Wie KikiRiki.io funktioniert

Das Prinzip ist schnell erklärt: Du stellst ein, was du geben kannst und was du dir wünschst. KikiRiki.io sucht nach Menschen in deiner Nähe, mit denen ein Tausch möglich ist, direkt oder über eine Kette.

Einstellen in unter zwei Minuten. Du fotografierst einen Gegenstand, die KI erkennt ihn und schlägt eine Beschreibung vor. Niemand soll erst einen Anzeigentext formulieren müssen. Gleiches gilt für Wünsche: Du beschreibst in eigenen Worten, was du suchst.

Dinge, Können und Zeit. Ein Regal, eine Gitarrenstunde, Hilfe im Garten, ein gemeinsamer Spaziergang. Was sich schwer in Euro ausdrücken lässt, hat denselben Platz wie ein Gegenstand. Auf der Oberfläche gibt es keine Preise, und das ist Absicht.

Verschenken, Wünschen, Tauschen. Nicht jede Begegnung muss ein Tausch sein. Wer etwas loswerden will, verschenkt es. Wer gerade nichts anzubieten hat, stellt einen Wunsch ein. Der Wunsch-Radar zeigt passende Angebote auch dann, wenn daraus noch keine vollständige Kette wird.

Vertrauen. Profile können verifiziert werden, nach einem Tausch bewerten sich die Beteiligten. Eine Karte zeigt, wer in der Nähe tauscht, ein Chat dient der Verabredung.

Ein Beispiel. Lena aus Michendorf hat eine Nähmaschine, die sie seit Jahren nicht benutzt, und wünscht sich jemanden, der ihr Gitarre beibringt. Tom in Beelitz spielt Gitarre und sucht einen Kinderwagen für sein zweites Kind. Sabine in Seddiner See hat einen Kinderwagen im Keller und würde gern ihre alte Gartenbank reparieren lassen. Jonas, ebenfalls in Seddiner See, kann gut mit Holz umgehen und will nähen lernen, eine Nähmaschine fehlt ihm. Keiner dieser vier passt direkt zu einem anderen. Zusammen bilden sie einen Kreis: Lena gibt Jonas die Nähmaschine, Jonas repariert Sabines Gartenbank, Sabine gibt Tom den Kinderwagen, Tom gibt Lena Gitarrenstunden. Die Personen sind erfunden, das Muster ist es nicht. Genau solche Kreise sucht KikiRiki.io. Sobald alle vier zugestimmt haben, verabreden sie sich im Chat, und die Dinge wechseln an Orten den Besitzer, die alle kennen.

Grafik 8: Die Viererkette aus dem Beispiel

MeetSafe. Übergaben zwischen Fremden fühlen sich anfangs ungewohnt an. Deshalb gibt es öffentliche, gut einsehbare Orte wie Cafés, Bibliotheken oder Nachbarschaftszentren als Übergabepunkte, die auf der Karte stehen und von der Community bewertet werden. Auch das ist nicht ganz neu: Bunz richtete in Toronto sogenannte Trading Zones ein [47]. Bei uns ist es fester Bestandteil der Plattform.

7. Die Technik dahinter, ohne Fachchinesisch

Hinter der einfachen Oberfläche stecken drei Probleme, die wir lösen mussten.

Erstens: Kreise finden. Mathematisch ist eine Tauschbörse ein Netz aus Pfeilen. Jedes Angebot zeigt auf die Wünsche, die es erfüllen könnte. Eine Tauschkette ist ein Kreis in diesem Netz. Die Ökonomen Alvin Roth, Tayfun Sönmez und Utku Ünver haben dieses Denken 2004 auf den Nierentausch angewandt: Ein Paar, bei dem die Niere des Spenders nicht zum Empfänger passt, tauscht über Kreuz mit einem anderen Paar oder in längeren Ketten [48]. Roth erhielt 2012 gemeinsam mit Lloyd Shapley den Wirtschaftsnobelpreis für die Theorie stabiler Zuordnungen und die Praxis des Marktdesigns [49]. In den USA wurde 2021 etwa jede fünfte Lebendnierentransplantation über solche Paarspenden vermittelt [50]. In Deutschland hat der Bundestag die Überkreuz-Lebendnierenspende zwischen Paaren, die sich nicht kennen, erst im März 2026 ermöglicht; die Reform ist seit dem 1. Juni 2026 in Kraft, eine Vermittlungsstelle wird aufgebaut [51, 52].

Informatiker um Tuomas Sandholm haben gezeigt, dass es rechnerisch schwer ist, in großen Börsen die beste Kombination solcher Kreise zu finden, wenn die Länge der Kreise begrenzt ist [53]. Begrenzt ist sie in der Praxis aus einem einfachen Grund: Je länger ein Kreis, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einer abspringt und der ganze Kreis platzt. Das gilt für Nieren wie für Sofas.

Zweitens: Verlässlichkeit. Eine Kette aus vier Personen ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Deshalb werden die beteiligten Angebote reserviert, sobald eine Kette vorgeschlagen ist, damit nichts doppelt vergeben wird. Bestätigen nicht alle innerhalb von 72 Stunden, läuft die Kette ab und die Dinge sind wieder frei. Das klingt unspektakulär, ist aber der Unterschied zwischen einer guten Idee und einer, die im Alltag funktioniert.

Grafik 9: Warum lange Ketten Verlässlichkeit brauchen

Drittens: Sprache. Menschen beschreiben dieselben Dinge unterschiedlich, und das Deutsche macht es besonders schwer. Wer "Buch" sucht, will keine "Kopfhörerbuchse", wer ein "Regal für Bücher" sucht, will das "Bücherregal" finden. Eine reine Stichwortsuche scheitert an zusammengesetzten Wörtern. Wir setzen deshalb auf eine Suche, die Bedeutung versteht, nicht nur Buchstaben. Und wir haben gelernt: Für einen guten Tausch spielt keine Rolle, ob zwei Dinge einander ähneln. Entscheidend ist, ob ein Angebot zu einem Wunsch passt.

8. Warum jetzt und nicht 2010

Wenn Netcycler schon 2010 Ringtausch in Deutschland angeboten hat, warum sollte es heute klappen? Die Frage stellen wir uns selbst. Unsere Antwort hat vier Teile.

Erstens ist der Aufwand gesunken. Wo man früher Gegenstände selbst beschreiben und einordnen musste, reicht heute ein Foto. Jede Minute weniger beim Einstellen erhöht die Zahl der Angebote, und eine Tauschbörse lebt von der Zahl der Angebote.

Zweitens versteht Software heute, was Menschen meinen. Erst damit lassen sich Wünsche, die in Alltagssprache formuliert sind, zuverlässig mit Angeboten verknüpfen.

Drittens hat sich das Umfeld verändert. Gebrauchtes ist selbstverständlich geworden, Politik und Recht drängen in Richtung Weiterverwendung, und die Erfahrungen der letzten fünfzehn Jahre liegen auf dem Tisch: was Gruppen-Chats leisten und was nicht, wohin Währungsexperimente führen können, warum Zweier-Matching an Jevons scheitert.

Viertens setzen wir auf Nähe statt auf Versand. Bei vielen Tauschbörsen gehen Dinge per Post, bei Tauschticket trägt der Versender die Kosten [42]. Wir glauben, dass der Wert in der Begegnung liegt, und haben die Plattform darum gebaut.

Grafik 10: Was sich seit 2010 verändert hat

Wir wissen auch, wo die eigentliche Herausforderung liegt. Nicht im Algorithmus. Eine Tauschkette braucht genügend Menschen in Reichweite. Je dichter Angebote und Wünsche in einer Gegend sind, desto öfter schließt sich ein Kreis. Das ist die Aufgabe, an der wir arbeiten, und keine Technik nimmt sie uns ab.

9. Was wir nicht versprechen

Ein ehrlicher Text muss auch die Grenzen benennen.

Weitergeben ist nicht automatisch nachhaltig. Trevor Zink und Roland Geyer haben den "Circular Economy Rebound" beschrieben: Wiederverwendung kann den Gesamtkonsum erhöhen, wenn gebrauchte Produkte neue nur teilweise ersetzen [54]. Eine Studie zu Secondhand-Mode in den USA fand, dass Menschen, die viel gebraucht kaufen, auch viel neu kaufen [55]. Eine Studie zu gebrauchten Smartphones zeigt: Sie sparen CO₂, aber kürzere Nutzungszeiten fressen einen erheblichen Teil der Ersparnis wieder auf [56]. Ein Tausch ist dann gut, wenn er einen Neukauf ersetzt, nicht wenn er einen zusätzlichen ermöglicht.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz ordnet Abfallvermeidung ganz oben in der Hierarchie ein, noch vor Wiederverwendung und Recycling [57]. Ein Gegenstand, der direkt von einer Hand in die nächste geht, wird gar nicht erst zu Abfall. Das ist der stärkste Hebel, den eine Plattform wie unsere haben kann, aber er wirkt nur, wenn er Neukäufe tatsächlich ersetzt.

Und wir wissen, wie die Geschichte der Sharing Economy verlaufen ist. Sie begann als Versprechen von Teilen und Gemeinschaft und wurde in Teilen zu einem Geschäft mit Kurzzeitvermietung und prekärer Arbeit [58, 59]. KikiRiki.io ist kostenlos, auf Tauschvorgänge fallen keine Gebühren an. Wir wollen den Austausch zwischen Menschen nicht bepreisen.

10. Wo wir stehen

KikiRiki.io ist im Sommer 2026 in Seddiner See in Brandenburg gestartet, einer Gemeinde bei Potsdam. Der rbb, Antenne Brandenburg, Radio Potsdam und die Märkische Allgemeine haben darüber berichtet. Wir bauen die Plattform Schritt für Schritt weiter und hören dabei genau auf die, die sie nutzen.

Wir glauben nicht, dass eine App das Konsummodell umkrempelt. Aber wir glauben, dass viele Menschen etwas suchen, das ihnen die gängigen Wege nicht geben: die Möglichkeit, etwas weiterzugeben, ohne einen Preis verhandeln zu müssen, etwas zu bekommen, ohne es zu kaufen, und dabei jemanden kennenzulernen, den sie sonst nie getroffen hätten.

Jevons hatte recht: Die doppelte Übereinstimmung ist selten. Aber sie muss nicht zwischen zwei Menschen entstehen. Manchmal braucht es drei, damit zwei glücklich werden. Oder vier, oder fünf. Vielleicht bist du das fehlende Glied in einer Kette, die ohne dich nicht zustande käme.

KikiRiki.io


Quellen

  1. [1] Bitkom (2026, 15. April). Deutsche horten 167 Millionen Alt-Handys [Pressemitteilung]. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Deutsche-horten-167-Millionen-Alt-Handys
  2. [2] onvista/dpa (2026, 10. Mai). Deutschland hat natürliche Ressourcen für 2026 aufgebraucht (Berechnung: Global Footprint Network). https://www.onvista.de/news/2026/05-10-deutschland-hat-natuerliche-ressourcen-fuer-2026-aufgebraucht-0-10-26510058
  3. [3] Umweltbundesamt (2026). Indikator: Rohstoff-Fußabdruck. https://www.umweltbundesamt.de/indikator-rohstoffkonsum
  4. [4] Europäische Umweltagentur, zitiert nach TextilWirtschaft (2025). EU-Umweltagentur: Europäer kaufen so viel Kleidung wie nie. https://www.textilwirtschaft.de/business/news/eu-umweltagentur-europaeer-kaufen-so-viel-kleidung-wie-nie-249807
  5. [5] Greenpeace / Nuggets Market Research (2022), zitiert nach FashionUnited. 340 Millionen Kleidungsstücke weniger in deutschen Schränken. https://fashionunited.de/nachrichten/mode/greenpeace-umfrage-340-millionen-kleidungstuecke-weniger-in-deutschen-schraenken/2022072747596
  6. [6] Umweltbundesamt / BMUKN (2025). Umweltbewusstsein in Deutschland 2024. Kurzbericht. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/uba_umweltbewusstsein_in_deutschland_2024_kurzbericht_bf.pdf
  7. [7] Universität des Saarlandes (2025, 25. Juni). Mehrheit kauft online gebrauchte Waren (Studie mit bevh und ibi research). https://www.uni-saarland.de/en/news/mehrheit-kauft-online-gebrauchte-waren-38040.html
  8. [8] Groß-Albenhausen, M. (Hrsg.) (2025). Relevanz und Perspektiven des Re-Commerce für den deutschen Handel. bevh, ibi research, Universität des Saarlandes. https://bevh.org/fileadmin/content/04_politik/Nachhaltigkeit/Re-Commerce/Relevanz_und_Perspektiven_des_Re-Commerce_final.pdf
  9. [9] Deutsche Umwelthilfe (2026, 16. Juli). In Kraft getretenes Vernichtungsverbot für Textilien und Schuhe [Pressemitteilung]. https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/in-kraft-getretenes-vernichtungsverbot-fuer-textilien-und-schuhe-deutsche-umwelthilfe-warnt-vor-unwi/
  10. [10] nwb Experten-Blog (2026, 20. Juli). Recht auf Reparatur passiert Bundestag und Bundesrat. https://www.nwb-experten-blog.de/recht-auf-reparatur-passiert-bundestag-und-bundesrat/
  11. [11] NielsenIQ / NIM (2026, 25. September). Konsumklima mit deutlichem Dämpfer. https://nielseniq.com/global/de/news-center/2026/konsumklima-mit-deutlichem-dampfer/
  12. [12] Albert, M., Quenzel, G., de Moll, F. et al. (2024). Jugend 2024. 19. Shell Jugendstudie. Zusammenfassung. https://kja.de/export/sites/kja/.content/.galleries/downloads/_service/shell-jugendstudie-2024-zusammenfassung.pdf
  13. [13] Dittmar, H., Bond, R., Hurst, M., & Kasser, T. (2014). The relationship between materialism and personal well-being: A meta-analysis. Journal of Personality and Social Psychology, 107(5), 879-924. https://doi.org/10.1037/a0037409
  14. [14] Brickman, P., & Campbell, D. T. (1971). Hedonic relativism and planning the good society. In M. H. Appley (Hrsg.), Adaptation-Level Theory (S. 287-302). Academic Press.
  15. [15] Van Boven, L., & Gilovich, T. (2003). To do or to have? That is the question. Journal of Personality and Social Psychology, 85(6), 1193-1202. https://doi.org/10.1037/0022-3514.85.6.1193
  16. [16] Dunn, E. W., Aknin, L. B., & Norton, M. I. (2008). Spending money on others promotes happiness. Science, 319(5870), 1687-1688. https://doi.org/10.1126/science.1150952
  17. [17] Aknin, L. B. et al. (2013). Prosocial spending and well-being: Cross-cultural evidence for a psychological universal. Journal of Personality and Social Psychology, 104(4), 635-652. https://doi.org/10.1037/a0031578
  18. [18] Fromm, E. (1976). Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Deutsche Verlags-Anstalt.
  19. [19] Rosa, H. (2016). Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Suhrkamp.
  20. [20] Paech, N. (2012). Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. oekom.
  21. [21] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024). Einsamkeitsbarometer 2024. https://www.bmfsfj.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf
  22. [22] Holt-Lunstad, J., Smith, T. B., & Layton, J. B. (2010). Social relationships and mortality risk: A meta-analytic review. PLoS Medicine, 7(7), e1000316. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316
  23. [23] Granovetter, M. S. (1973). The strength of weak ties. American Journal of Sociology, 78(6), 1360-1380. https://doi.org/10.1086/225469
  24. [24] Sandstrom, G. M., & Dunn, E. W. (2014). Social interactions and well-being: The surprising power of weak ties. Personality and Social Psychology Bulletin, 40(7), 910-922. https://doi.org/10.1177/0146167214529799
  25. [25] Jevons, W. S. (1875). Money and the Mechanism of Exchange. Henry S. King. Kap. I. https://www.econlib.org/library/YPDBooks/Jevons/jvnMME.html
  26. [26] Aristoteles. Politik, Buch I, Kap. 8-10 (1256a-1258a).
  27. [27] Humphrey, C. (1985). Barter and economic disintegration. Man (N.S.), 20(1), 48-72. https://doi.org/10.2307/2802221
  28. [28] Graeber, D. (2011). Debt: The First 5,000 Years. Melville House. Kap. 2.
  29. [29] Mauss, M. (1925). Essai sur le don. L'Année sociologique. Dt.: Die Gabe. Suhrkamp.
  30. [30] Selgin, G. (2016, 15. März). The myth of the myth of barter. Alt-M (Cato Institute) [Blogbeitrag]. https://www.cato.org/blog/myth-myth-barter
  31. [31] Sahlins, M. (1972). Stone Age Economics. Aldine-Atherton. Kap. „On the sociology of primitive exchange“.
  32. [32] Molm, L. D., Collett, J. L., & Schaefer, D. R. (2007). Building solidarity through generalized exchange: A theory of reciprocity. American Journal of Sociology, 113(1), 205-242. https://doi.org/10.1086/517900
  33. [33] Willer, R., Flynn, F. J., & Zak, S. (2012). Structure, identity, and solidarity: A comparative field study of generalized and direct exchange. Administrative Science Quarterly, 57(1), 119-155. https://doi.org/10.1177/0001839212448626
  34. [34] epd / evangelisch.de (2026, 9. April). Hecke schneiden gegen Kuchenbacken. https://www.evangelisch.de/inhalte/254441/09-04-2026/hecke-schneiden-gegen-kuchenbacken
  35. [35] Seyfang, G. (2004). Working outside the box: Community currencies, time banks and social inclusion. Journal of Social Policy, 33(1), 49-71. https://doi.org/10.1017/S0047279403007232
  36. [36] Michel, A., & Hudon, M. (2015). Community currencies and sustainable development: A systematic review. Ecological Economics, 116, 160-171. https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2015.04.023
  37. [37] Riehl, A. (2026, 31. August). „The problem is me“: Bunz owner brings in Gen Z pranksters to save dying platform. BetaKit. https://betakit.com/?p=409219
  38. [38] Wong, M. B. (2026). Promise and Perils of Redeemable Money: Evidence from a Barter Platform [Working Paper]. University of Hong Kong. https://mbwong.com/pdf/Bunz.pdf
  39. [39] Fitzmaurice, C. J., & Schor, J. B. (2019). Homemade matters: Logics of opposition in a failed food swap. Social Problems, 66(1), 144-161. https://doi.org/10.1093/socpro/spx046
  40. [40] GIGA (o. J.). eBay Kleinanzeigen: Zu verschenken. https://www.giga.de/artikel/ebay-kleinanzeigen-zu-verschenken--62vr83cjp8
  41. [41] The Freecycle Network (2026). Eigenangabe auf https://www.freecycle.org
  42. [42] Utopia (o. J.). Tauschticket. https://utopia.de/produkt/tauschticket
  43. [43] starting-up.de (2017). Gründer der Woche: Swapper - Tauschen per Matching-Prinzip. https://www.starting-up.de/news/gruender-der-woche/swapper.html
  44. [44] Wikipedia (2026). Netcycler. https://en.wikipedia.org/wiki/Netcycler
  45. [45] THS 4 THT, App-Store-Eintrag (Kanada), Version 5.3.1. https://apps.apple.com/ca/app/this-4-that/id6749488596
  46. [46] BoardGameGeek Wiki. TradeMaximizer. https://boardgamegeek.com/wiki/page/TradeMaximizer
  47. [47] Spacing Toronto (o. J.). Bunz Trading Zones. https://spacing.ca/toronto/?p=56249
  48. [48] Roth, A. E., Sönmez, T., & Ünver, M. U. (2004). Kidney exchange. Quarterly Journal of Economics, 119(2), 457-488. https://doi.org/10.1162/0033553041382157
  49. [49] Nobelprize.org (2012). The Prize in Economic Sciences 2012. Press release. https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/2012/press-release/
  50. [50] Garg, N. et al. (2024). Temporal trends in kidney paired donation in the United States: 2006-2021. American Journal of Transplantation, 24(1), 46-56. https://doi.org/10.1016/j.ajt.2023.09.006
  51. [51] Bundesministerium für Gesundheit (2026). Reform der Lebendorganspende (in Kraft seit 1. Juni 2026). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/lebendorganspende-reform.html
  52. [52] Deutscher Bundestag (2026). Transplantationsgesetz: Überkreuz-Lebendnierenspende (Textarchiv). https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw05-de-transplantationsgesetz-1136920
  53. [53] Abraham, D. J., Blum, A., & Sandholm, T. (2007). Clearing algorithms for barter exchange markets. Proceedings of the 8th ACM Conference on Electronic Commerce, 295-304. https://doi.org/10.1145/1250910.1250954
  54. [54] Zink, T., & Geyer, R. (2017). Circular economy rebound. Journal of Industrial Ecology, 21(3), 593-602. https://doi.org/10.1111/jiec.12545
  55. [55] Mizrachi, S., & Sharon, G. (2025). Secondhand fashion consumers exhibit fast fashion behaviors despite sustainability narratives. Scientific Reports. https://doi.org/10.1038/s41598-025-19089-1
  56. [56] Amatuni, L., Clemm, C., Sprecher, B., Tukker, A., & Mogollón, J. M. (2026). Second-hand smartphones reduce carbon emissions, yet shorter use times limit actual gains. Communications Earth & Environment, 7, 148. https://doi.org/10.1038/s43247-025-03170-8
  57. [57] Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), § 6 Abfallhierarchie. https://www.gesetze-im-internet.de/krwg/__6.html
  58. [58] Frenken, K., & Schor, J. (2017). Putting the sharing economy into perspective. Environmental Innovation and Societal Transitions, 23, 3-10. https://doi.org/10.1016/j.eist.2017.01.003
  59. [59] Schor, J. B. (2020). After the Gig: How the Sharing Economy Got Hijacked and How to Win It Back. University of California Press. https://doi.org/10.1525/9780520974227